Firmenwagenmissbrauch
Ein Vertriebsmitarbeiter mit mäßigen Verkaufszahlen, aber ungewöhnlich hoher Kilometerleistung weckte Misstrauen — die Aufklärung förderte einen unerwarteten Bruderdienst zutage.
Ein Unternehmer stattete seine Vertriebs- und Außendienstmitarbeiter mit modernen Dienstwagen aus, die auch privat genutzt werden durften — ein sinnvolles Aushängeschild beim Kunden, aber auch ein echter Kostenfaktor neben Kraftstoff und Wartung.
Einer der Mitarbeiter mit eher mäßigen Verkaufserfolgen fiel auf: Er fuhr pro Euro Auftragseingang doppelt so viele Kilometer wie vergleichbare Kollegen mit ähnlich großen Vertriebsgebieten — obwohl Kundenrückfragen seine Besuche stets bestätigten. Auffällig auch: überdurchschnittlich viele Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens. Auf Nachfrage verwies er stets auf angebliche Umleitungen durch Baustellen in seinem Gebiet.
Die Detektei AS wurde eingeschaltet und begleitete den Fahrer verdeckt bei seinen Touren. Schon am ersten Tag die Überraschung: In der nächsten größeren Stadt angekommen, reihte sich der Mitarbeiter mit seinem Firmenwagen in eine Warteschlange am Taxistand ein. Als er an der Reihe war, stieg er aus — und ein Mann aus der Reihe der wartenden Taxifahrer übernahm das Steuer, nahm einen Fahrgast auf und fuhr los.
Unsere Detektive hielten alles fotografisch und in einem eigenen Fahrtenbuch fest. Bei der anschließenden Gegenüberstellung mit den Fotos konfrontiert, gestand der Mitarbeiter: Der Fahrer war sein Bruder, von Beruf Taxifahrer, der sein eigenes Taxi zu Schrott gefahren hatte und sich kein neues leisten konnte. Also hatte der Mitarbeiter ihm mit dem Firmenwagen kurzerhand „ausgeholfen".
Am Ende verloren beide ihre Arbeit: Der Mitarbeiter wurde gekündigt, per Urteil zu einer Geldstrafe verurteilt und musste sowohl den entstandenen Schaden als auch die Kosten der Detektei aus eigener Tasche begleichen.
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